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STÄDTISCHER MARKT „VASIL SHAKHANOV“
Typ
Realisierung
Datum
Projekt 2019, Umsetzung 2021-2022
Ort
Stara Zagora
Rolle
Projektmanager, Bauleitung durch den Autor während der Bauphase
Merkmale des Gebäudes
Der damalige sogenannte „Russische Markt“ entstand in den frühen Jahren des bulgarischen Transformationsprozesses und wurde von der Bevölkerung zweier Stadtteile als Handelsplatz für Industriegüter aus der ehemaligen Sowjetunion wahrgenommen. Später kamen ohne Regulierung verschiedene Kleidungsstücke und landwirtschaftliche Produkte aller Art hinzu, wodurch sich das Gelände zu einem der größten Märkte in Stara Zagora entwickelte. Der Markt geriet außer Kontrolle, es wurden Umbauten und Veränderungen vorgenommen, was 2018 zu seinem desolaten Zustand führte. Daraufhin schrieb die Stadtverwaltung von Stara Zagora einen Wettbewerb für das gesamte Areal aus.
Das Projekt verändert das gesamte Gebiet grundlegend. Die bestehenden Fußgängerverbindungen werden durch neu errichtete Fußgängerbrücken über den Fluss verstärkt. Die Straße wird verbreitert, und der Bau mehrerer Kreisverkehre und Fußwege soll den Verkehr entlasten. Bestehende Radwege werden fortgeführt, um eine flächendeckende Vernetzung zu gewährleisten. Direkt vor dem Marktgebäude entsteht ein neuer, begrünter Platz mit Wasserspielen. Der Bau eines angrenzenden Parkplatzes mit großflächigen Vegetationsinseln trägt zum positiven Mikroklima bei. Die Erdgeschosse des Gebäudes sind mit begrünten Wänden – vertikalen Gärten – ausgestattet, die die Luft reinigen und ein angenehmes urbanes Umfeld schaffen.
Architektur, Design, Funktionalität
Die volumetrische und räumliche Gestaltung des Geländes symbolisiert die Interaktion ehemals getrennter Entwicklungszonen, die sich nun wie zwei ineinander verschlungene Hände ergänzen, berühren und durchdringen.
Die Leitidee dieses Projekts ist es, diesen Ort vom Rand zweier Wohnviertel in einen Ort der gegenseitigen Durchdringung der Räume der Stadtteile „Tri Chuchura Süd“ und „Kasanski“ zu verwandeln und ihn durch die Entwicklung neuer funktionaler, kommunikativer und visueller Verbindungen zu einem attraktiven öffentlichen Zentrum zu machen. Das gesamte Areal wird als Einheit betrachtet, einschließlich der angrenzenden Straße, die auf vier Spuren erweitert wird. Parkplätze, Radwege und Brückenanlagen werden als Erweiterungen der bestehenden Verkehrswege errichtet.
Die Ästhetik des Gebäudes zeichnet sich durch eine minimalistische, weiße Metallfassade mit verdeckter Installation, innenliegenden, verdeckten Dachrinnen und einer großflächigen, abgehängten Aluminiumfassade aus, die optisch mit den massiven Elementen eine Einheit bildet. Die zentralen öffentlichen Bereiche sind als Quader mit der für den Standort typischen Holzverkleidung räumlich und optisch vom Gesamtbild abgetrennt. Der Verzicht auf Elemente wie Dachvorsprünge und Dachrinnen in Kombination mit der hellen Farbe und der großflächigen Verglasung betont das Volumen des Gebäudes und hebt es gleichzeitig deutlich von den umliegenden Wohnhäusern ab.
Charakteristisch für das Gebäude ist die gleichwertige Gestaltung aller Fassaden. Von Osten kommend, entlang der Straße und des Radwegs im Erdgeschoss, befinden sich Wände mit vertikaler Begrünung, die zur Luftreinigung beitragen und dem Gebäude mit seinem sich jahreszeitlich wandelnden „lebendigen Bild“ einen besonderen Charakter verleihen.
Im Inneren wird die dynamische Atmosphäre von Menschen, Händlern und Waren durch die charakteristische Holzverkleidung und eine effektvolle Beleuchtung eingerahmt. Die Gebäudeform passt sich dem natürlichen Geländeverlauf des Grundstücks und der Straße an und gewährleistet so einen barrierefreien Zugang zu allen Gebäuden über Rampen mit einer maximalen Steigung von 5 %. Das Gebäude folgt den Prinzipien des barrierefreien und energieeffizienten Bauens.
Die Gebäudestruktur ist im Inneren sichtbar, wodurch eine visuelle und funktionale Synergie zwischen Architektur und Tragwerk entsteht.
Konstruktion, Energieeffizienz und technologische Kennzahlen
Das Marktgebäude ist als Hightech- und Niedrigenergiegebäude konzipiert und bietet während seiner gesamten Betriebsdauer verschiedene Nutzungsszenarien. Die Fundamente und Sockel sind umfassend hydro- und wärmegedämmt. Sämtliche geometrischen und strukturellen Wärmebrücken wurden beseitigt. Die Gebäudehülle besteht aus Wärmedämmplatten, die das Prinzip der durchgehenden Wärmedämmung gewährleisten.
Die Gebäudetechnik umfasst automatisierte Industrieklimaanlagen mit Wärmerückgewinnung zur Senkung der Gesamtkosten. Alle Ein- und Ausgänge der Hallen erfolgen über separat klimatisierte Windfangs mit automatischen Schiebetüren, um Wärmeverluste zu minimieren.
Die Gebäudelüftung nutzt den ökologischen Effekt der passiven Querlüftung, um Frischluft in die Räume zu leiten.
Die Beleuchtung im gesamten Bereich besteht aus energieeffizienten LEDs.














































